Informationswege intelligenter machen

Zwei Mitarbeitende sitzen an den Bildschirmen der SPNV-Regiezentrale NRW

Fahrgast

12. März 2024

Die SPNV-Regiezentrale NRW bei DB Netz in Duisburg wächst mit ihren Herausforderungen.

Mirko Frommhold leitet seit wenigen Monaten das Teilprojekt SPNV-Regiezentrale NRW – und muss zunächst den räumlichen Ausbau auf circa 17 Arbeitsplätze für das wachsende Team an Mitarbeitenden stemmen. Damit verbindet er das Ziel, Informationswege intelligenter zu machen.


Im Projekt Fokus Fahrgast spielt die Einrichtung der SPNV-Regiezentrale NRW eine Schlüsselrolle. Hier laufen die Fäden zur Harmonisierung der Verkehre, für ein koordiniertes Störfallmanagement und für die notwendige Fahrgastinformation zusammen. Mirko Frommhold, Leiter der Leitstelle+ bei DB Regio, begleitet das Teilprojekt seit 2018 und hat jetzt dessen Leitung übernommen. Im Interview gibt er einen Ausblick auf die Herausforderungen für die unternehmensübergreifende Disposition der Nahverkehrsbahnen in Nordrhein-Westfalen.


Die SPNV-Regiezentrale NRW geht der Gründung von Fokus Bahn NRW voraus und bildet als Teilprojekt im Projekt Fokus Fahrgast den Kern der unternehmensübergreifenden Zusammenarbeit. Welchen konkreten Nutzen haben die Fahrgäste davon?


Mirko Frommhold: In der SPNV-Regiezentrale NRW arbeiten derzeit die Disponent/innen und die Koordinator/innen für die Fahrgastinformation aus vier Eisenbahnverkehrsunternehmen – DB Regio NRW, Eurobahn, National Express und RheinRuhrBahn – zusammen. Sie leisten die wichtige Arbeit im Hintergrund, von der die Fahrgäste im Idealfall nichts bemerken würden. Aber den Idealfall gibt es derzeit leider selten. Bei der Planung von Schienenersatzverkehren und insbesondere beim Störfallmanagement in gemeinsam befahrenen Korridoren ist die Zusammenarbeit der Unternehmen an einem Ort die notwendige Voraussetzung, dass der Betrieb weiter funktioniert. Durch die SPNV-Regiezentrale NRW haben wir kurze Abstimmungswege mit DB Netz und untereinander. Kurze Abstimmungswege bedeuten schnellere Entscheidungen und qualitativ bessere Informationen für die Fahrgäste.

Portrait von Mirko Frommhold, Leitstelle Plus, R.RR-NW-BB D, DB Regio AG Quote

Mir ist es wichtig, dass die Disponentinnen und Disponenten aller Nahverkehrsbahnen in der SPNV-Regiezentrale NRW wie ein Anbieter für ihre gemeinsamen Fahrgäste zusammenarbeiten können.

Mirko Frommhold

Leiter des Teilprojekts SPNV-Regiezentrale NRW


Wo liegen derzeit die größten Herausforderungen für die Arbeit in der SPNV-Regiezentrale NRW?


Mirko Frommhold: Die Sanierung und der Ausbau der veralteten Infrastruktur stellen für alle Mitarbeitenden der Nahverkehrsbahnen in NRW derzeit die wohl größte Herausforderung dar. Dadurch ist die betriebliche Lage so angespannt wie nie zuvor. Perspektivisch wird das Baugeschehen bis 2030 noch weiter zunehmen, damit wir in der Zukunft wieder ein leistungsstarkes Netz bekommen. Aber wir müssen jetzt, im Jahrzehnt der Baustellen, die Verkehre auf der Schiene und Schienenersatzverkehre organisieren. Das bindet bereits im ganz normalen Tagesgeschäft große personelle Ressourcen. Zusätzlich müssen wir tagtäglich auf unvorhersehbare Störungen reagieren. Deshalb bauen wir die SPNV-Regiezentrale NRW personell weiter aus. Im Dezember erwarten wir neue Mitarbeitende der Regiobahn, die unser Team als qualifizierte Koordinator/innen für Busnotverkehre verstärken.


In Zeiten des Fachkräftemangel ist es aber sicher nicht einfach, neue Mitarbeitende zu finden ...


Mirko Frommhold: Der Fachkräftemangel trifft die Disponent/innen genauso wie die Triebfahrzeugführer/innen und alle anderen Berufsgruppen im SPNV. Er bildet die zweite große Herausforderung für unsere Arbeit in der SPNV-Regiezentrale NRW. Deshalb beinhaltet die neue Beschäftigungsoffensive von Fokus Bahn NRW auch gezielte Maßnahmen für die Qualifizierung von Disponent/innen.


Welche besondere Aufgabe sehen Sie für sich als Leiter der SPNV-Regiezentrale NRW?


Mirko Frommhold: Tatsächlich verlangt der personelle Ausbau der SPNV-Regiezentrale NRW auch eine Optimierung unserer Raumsituation bei DB Netz in Duisburg. Wir planen aktuell einen Umzug von 13 Arbeitsplätzen und wollen zusätzlich vier weitere einrichten. Das klingt einfach – aber ein Blick auf die Kabelstränge, die am Arbeitsplatz eines Disponenten bzw. einer Disponentin verlegt sind, macht die Komplexität des Vorhabens deutlich. Meine Aufgabe wird es sein, diesen Umzug und den Umbau voranzutreiben. Dabei ist es mir wichtig, dass wir mit der Raumoptimierung auch unsere Arbeitsprozesse verbessern, unsere Informationswege noch intelligenter, noch smarter gestalten – und wie ein Anbieter zusammenarbeiten. Das werden dann auch für die Fahrgäste spürbare Verbesserungen sein.


Ein Icon zeigt einen Menschen, welcher vor einer Gruppe steht und auf eine Tafel zeigt.
Vier Unternehmen – ein Team

In der SPNV-Regiezentrale NRW mit Sitz bei DB Netz in Duisburg sind aktuell vier Eisenbahnverkehrsunternehmen – DB Regio NRW, Eurobahn, National Express und RheinRuhrBahn – vertreten. Das Team besteht aus Disponent/innen und Koordinator/innen für die Fahrgastinformation. Im Dezember 2023 wurden sechs zusätzliche Arbeitsplätze für das neu geschaffene Berufsbild der Koordinator/innen für Busnotverkehre eingerichtet.

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